Regionalklasse: warum Ihr Wohnort den Kfz-Beitrag beeinflusst
Wer umzieht, erlebt manchmal eine Überraschung: Gleiches Auto, gleiche SF-Klasse – aber ein anderer Beitrag. Dahinter steckt meist die Regionalklasse. Sie bildet ab, wie hoch die Schadenbilanz in dem Zulassungsbezirk ist, in dem Ihr Auto zugelassen ist. Deshalb fragt jeder seriöse Kfz-Vergleich zuerst nach Ihrer Postleitzahl.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die Regionalklasse berechnet wird, welche Klassen es gibt und was Sie tun können, wenn Ihre Region höher eingestuft wird.
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Tarife für Ihre Region prüfen: Geben Sie Ihre PLZ ein und starten Sie die kostenlose, unverbindliche Anfrage. Die Postleitzahl ordnet Ihren Wohnort dem passenden Zulassungsbezirk zu.
Was ist die Regionalklasse?
Die Regionalklasse ist eine Einstufung der über 400 deutschen Zulassungsbezirke. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet sie einmal im Jahr aus der Schadenbilanz jedes Bezirks. Je besser die Bilanz, desto niedriger die Klasse – und desto günstiger wirkt sie sich grundsätzlich auf den Beitrag aus.
Wie die Typklasse ist auch die Regionalstatistik für Versicherer unverbindlich. Die meisten Anbieter verwenden sie als Tarifmerkmal, kalkulieren den Beitrag aber selbst. Eine Änderung der Regionalklasse erlaubt deshalb noch keine Aussage über Ihren gesamten Beitrag.
Wie der GDV die Regionalklasse berechnet
In der Kfz-Haftpflicht zählt, wie viele Schäden die Autofahrer eines Bezirks verursachen, bezogen auf die Zahl der dort zugelassenen Fahrzeuge, und wie hoch diese Schäden im Schnitt sind. Unfallschwerpunkte können zu einem überdurchschnittlichen Schadenaufkommen führen. In der Kasko fließen zusätzlich Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelschäden und Wildunfälle ein.
Aus der Schadenbilanz entsteht ein Indexwert. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 100: Ein niedrigerer Wert bedeutet eine bessere Bilanz als im Schnitt, ein höherer eine schlechtere. Laut GDV schneiden Großstädte häufig schlechter ab als ländliche Regionen.
Regionalklassen in Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko
Jeder Bezirk hat drei getrennte Regionalklassen:
| Versicherungsart | Regionalklassen | Bundesdurchschnitt (Index 100) entspricht |
|---|---|---|
| Kfz-Haftpflicht | 1 bis 12 | Klasse 6 |
| Teilkasko | 1 bis 16 | Klasse 7 |
| Vollkasko | 1 bis 9 | Klasse 4 |
Quelle: GDV. Ein Bezirk kann in der Haftpflicht teuer und in der Teilkasko günstig eingestuft sein – zum Beispiel, wenn es viele Unfälle, aber wenige Diebstähle und Unwetterschäden gibt.
Entscheidend ist der Wohnort des Halters
Ein häufiges Missverständnis: Für die Regionalklasse zählt nicht, wo ein Schaden passiert. Entscheidend ist, wo das Auto zugelassen ist – also in welchem Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter wohnt. Wer in einer Region mit guter Bilanz wohnt und regelmäßig durch eine Großstadt pendelt, profitiert trotzdem von der Einstufung seines Wohnorts.
Die Postleitzahl ist im Vergleich das Mittel, um Ihren Wohnort dem richtigen Bezirk zuzuordnen. Geben Sie deshalb immer die PLZ an, unter der das Fahrzeug tatsächlich zugelassen ist oder wird. Warum gleiche Ausgangsdaten für einen fairen Vergleich so wichtig sind, erklären wir auf unserer Startseite zum Kfz-Vergleich nach PLZ.
Regionalklasse gestiegen: was jetzt?
Die neue Regionalstatistik erscheint einmal im Jahr. Für die große Mehrheit ändert sich nichts, einzelne Bezirke werden aber besser oder schlechter eingestuft. Versicherer können die neuen Klassen sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr anwenden.
Erhöht Ihr Versicherer den Beitrag, weil Ihr Bezirk höher eingestuft wurde, und bleibt der Leistungsumfang gleich, haben Sie in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung beim Versicherer eingehen. Ändert sich die Regionalklasse ohne Beitragserhöhung, entsteht daraus kein Sonderkündigungsrecht. Fristen und Ablauf finden Sie unter Kfz-Versicherung wechseln.
Was gilt bei einem Umzug?
Ziehen Sie in einen anderen Zulassungsbezirk, müssen Sie das Fahrzeug dort ummelden; dafür brauchen Sie in der Regel eine eVB-Nummer Ihres Versicherers. Danach gilt die Regionalklasse des neuen Bezirks. Kommen Sie dadurch in eine teurere Klasse, ist das eine Änderung, die von Ihnen ausgeht – ein Sonderkündigungsrecht ergibt sich daraus nach den üblichen Bedingungen nicht. Zieht es Sie in eine günstigere Region, kann der Beitrag entsprechend sinken. Rechnen Sie vor einem Umzug ruhig einmal mit der neuen PLZ nach.
Was Sie trotz hoher Regionalklasse tun können
Ihren Wohnort werden Sie wegen der Kfz-Versicherung kaum wechseln. Andere Faktoren können Sie aber beeinflussen:
- Fahrleistung realistisch angeben: Weniger Kilometer senken oft den Beitrag, die Angabe muss aber stimmen.
- Abstellort: Eine Garage oder ein Carport kann sich vor allem in der Kasko positiv auswirken.
- Selbstbeteiligung und Werkstattbindung in der Kasko prüfen.
- Fahrerkreis auf die Personen beschränken, die tatsächlich fahren.
- Zahlweise: Jährliche Zahlung ist bei vielen Versicherern günstiger als Raten.
Wie diese Faktoren zusammenspielen, zeigt unser Überblick zu den Kosten der Kfz-Versicherung. Der größte persönliche Hebel bleibt meist die SF-Klasse.
Häufige Fragen zur Regionalklasse
Wo finde ich die Regionalklasse meines Wohnorts?
Der GDV stellt jedes Jahr eine Regionalklassen-Abfrage auf seiner Website bereit. Dort sehen Sie die Klassen Ihres Zulassungsbezirks für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko sowie die Veränderung zum Vorjahr.
Zählt die Regionalklasse meines Arbeitsorts?
Nein. Maßgeblich ist der Zulassungsbezirk, also in der Regel der Wohnsitz des Fahrzeughalters – nicht der Ort, an dem Sie fahren oder ein Schaden entsteht.
Wie oft ändert sich die Regionalklasse?
Der GDV berechnet die Regionalklassen einmal im Jahr neu. Bestehende Verträge können ab dem nächsten Versicherungsjahr umgestuft werden.
Habe ich nach einem Umzug ein Sonderkündigungsrecht?
In der Regel nicht. Ein Umzug in eine teurere Region ist eine Änderung auf Ihrer Seite. Ein Sonderkündigungsrecht entsteht typischerweise, wenn der Versicherer den Beitrag wegen einer neuen Einstufung Ihres Bezirks erhöht.
Nutzen alle Versicherer die GDV-Regionalklassen?
Die Regionalstatistik ist unverbindlich. Die meisten Versicherer verwenden sie als Tarifmerkmal, jeder Anbieter kalkuliert seinen Beitrag aber selbst.
Nächster Schritt
Vergleichen Sie Tarife mit der PLZ, unter der Ihr Auto zugelassen ist, und halten Sie die übrigen Angaben zunächst gleich.
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Quellen
- GDV: Regionalklassen kurz erklärt (Berechnung, Klassenzahl, Anwendung, Regionalklassen-Abfrage)
- GDV: Medieninformation zur aktuellen Regionalstatistik (413 Zulassungsbezirke, Index 100 = Klasse 6/4/7, Wohnort des Halters entscheidend)
- ADAC: Sonderkündigungsrecht Kfz-Versicherung
- ADAC: eVB-Nummer (u. a. für den Wechsel in einen anderen Zulassungsbezirk)
- Allianz Direct (Versicherer-Ratgeber): Sonderkündigungsrecht, kein Sonderkündigungsrecht bei Umzug in eine schlechtere Regionalklasse
- Verbraucherzentrale: Tarifmerkmale der Kfz-Versicherung (Regionalklasse, Garage, Fahrleistung)